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Archiv zu "Aufgeblättert im UHU ONLINE 2010

Tod eines Freundes

   Forst-Ing.
Michael Tendl, der Förster des Silberwaldes ist tot.
   Diese Nachricht sorgte unter den Freunden des Silberwaldes für Entsetzen und Trauer. Was ist der Silberwald ohne seinen Förster, Freund und Beschützer?
   Neben dem vor drei Jahren verstorbenen Jup Rathgeber, BGM Dr. Hans Lintner und Armin Wechselberger war Michael einer der Initiatoren des Silberwaldes, mehr noch sein großer Beschützer in all den Jahren des Bestehens des Hains der Tausendjährigen.
   Ohne Michael gäbe es den Silberwald nicht. Er öffnete alle Wege für die notwendigen Genehmigungen bei seinem Arbeitgeber, die Österreichischen Bundesforste, Wege in die Gemeinde Schwaz, der Bezirkshauptmannschaft Schwaz und der Tiroler Landesregierung. Eine Unmenge an Genehmigungen und Vorbereitungen benötigte es, niemand außer Michael mochte glauben, dass so etwas gelingt. Michael war ein Verwirklicher, ein „Macher“ des Unmöglichen, des von vielen Nicht-Verstandenen.
   Nicht immer war Michael mit dem, was im Silberwald passierte, einverstanden. Trotz seines oft nicht geringen Temperaments zeigte er dann Großzügigkeit, sowie bei manch kritischen Situationen philosophische Gelassenheit und Weisheit. In vielen Fällen hielt er seine schützende Hand über den Wald, verteidigte ihn gegen außen, wenn Armin wieder eine Dummheit gemacht hat.
   Die Trauer über Michaels Tod lindert sich. Alle seine Silberwaldfreunde wissen, er ging nicht fort, er geht in den Silberwald ein. Er ist Teil seines Silberwaldes. Jeder spürt es im Silberwald, auch wenn es viele nicht verstehen. Die Leute sprechen vom Silberwald als einen Ort des Schönen, des Friedens, als einen der Mystik und Magie. All das ist Michael, ist es immer noch und wird es ewig sein.
   Für uns Freunde des Silberwaldes ist Michael nicht tot. Er ist höchst lebendig in unserem Wald. Vor Jahren verletzte eine Rötelmaus seinen Familienstammbaum, ein Mammutbaum Metasequoia glyptostroboides, auf das Schwerste. Eigentlich müsste der Baum tot sein. Michael sagte nach einer Herzattacke: „Der Baum ist so krank wie ich, aber beide werden wir wieder gesund.“ Und so war es dann auch für einige Jahre, bis sein Herz endgültig aufhörte zu schlagen. Wie sein tausendjähriger Mammutbaum lebt Michel noch. Weiterhin ist er der schützende Geist unseres Waldes und nicht nur uns Lebenden unvergessen – immerfort. - Der UHU – 18. Juni 2010


02. Juni Die Freiheit des Anderen


   Gestern war die Präsentation neuer Werke der Biennale NATURA SUATES Art 0910. Einige Werke forderten geradezu zum Diskurs heraus. Schon im Vorfeld gab es zum „Weißen Tod der Bäume und seine Avatare“ Vorbehalte, wie auch Zustimmung. Vor Ort fragte BGM Dr. Hans Lintner, wie eigentlich die Installation zu interpretieren sein. Deutlich war zu merken, der Bürgermeister setzt sich mit dem Werk auseinander, aber noch war es ihm mehr als ein Fragezeichen.
   Da kam dem UHU plötzlich die Erkenntnis, eine, auf die er schon seit zehn Jahren wartete. Eureka, ich hab’s. All die Jahre fragte er sich , was macht eigentlich den Silberwald aus, was finden nur die Leute an ihm. Es war nicht, dass er irgendwie schön ist oder es immer wieder neues zu sehen gibt. Eigentlich geht die Sache viel tiefer.
   Der Silberwald hat sich verselbständigt, ja geradezu emanzipiert – vor allem von ihm. BGM Lintner in seiner kritischen Sicht zur Installation zeigte etwas gar Selbstverständliches auf, das es so gar nicht ist. Künstler meinen allzu oft, es geht nur um die Freiheit der Kunst und die gilt es zu verteidigen, auch im Silberwald. Wer spricht aber von der Freiheit des Betrachters? Selbstverständlich sagen viele, die Leute haben die Freiheit zu sagen, ob ihnen etwas gefällt oder nicht. Aber so einfach ist die Sache nicht. Freiheit geht einher mit Verantwortung, sonst ist diese Freiheit eine auf Kosten des anderen und letztlich auch keine solche mehr. Die Auseinandersetzung zwischen Künstler, Werk und Betrachter fördert und fordert, gibt Freiheit und bedingt Verantwortung.
   Dasselbe gilt für den Silberwald generell. Schon seit Jahren ist zu bemerken, den Silberwald haben viele verinnerlicht. Ja nicht wenige verteidigen ihn, wachen über ihn. Auch und vor allem dem UHU gegenüber. Oft genug sagen Leute, das gefällt mir und jenes weniger, manches soll man nicht machen. Wir haben im Silberwald auch keinen Vandalismus mehr, ein Wunder, wenn man an andere Orte in der Nähe denkt. Die Leute sehen den Silberwald als den ihren und stellen Ansprüche.
   So gesehen haben sich der Silberwald und seine Besucher eine besondere Qualität an Freiheit erkämpft. Und die Ansprüche der Besucher und Nutzer sind der Teil der Verantwortung gegenüber der Freiheit. Diese Freiheit und Verantwortung des Silberwaldes ist im Land einmalig, ist ein besonders wertvolles Gut in der heutigen Zeit von Beliebigkeit, Spaßgesellschaft wie auch in einer Zeit der Aggressionen und des Verlustes an Demokratie.
   Wollen wir alle dafür sorgen, dass die Freiheit des Silberwaldes weiterhin besteht, sie sich vertieft und entwickelt und auch wir damit ein Stück wahrer Freiheit erleben, selber uns frei fühlen, wenn vielleicht auch nur für einen Moment. Es liegt an uns Freunde des Silberwaldes, er soll uns Verantwortung über alles andere hinaus sein – um der Besonderheit dieser Freiheit willen. – Euer UHU


15. Mai "I
dentität und Anspruch

Die Gemeinderatswahlen sind nun wirklich schon seit einiger Zeit vorüber. Warum da noch etwas darüber schreiben?
   Die letzten Reflexe kamen vom grünen Landtagsabgeordneten Gebi Mair, in denen er dem Schwazer Bürgermeister Hans Lintner nicht zum letzten Mal über die Medien mitteilte, er können nicht gleichzeitig zwei Jobs ausüben, den des Schwazer Bürgermeisters und den des Landeschulratspräsidenten. Natürlich weiß der Grüne, dass dieses Thema abgestanden ist und solche Persönlichkeiten wie Lintner mindestens zwei Vollzeitjobs erledigen können. Aber hinter diesem Phänomen der Hilflosigkeit zeigen sich tiefe innere Konflikte und Unsicherheit, die auch einen Grünen zerreißen können. Wenn man sich dem einer genaueren Betrachtung widmet, zeigt sich, wie spannend eine Nachwahlzeit sein kann. Viel spannender als die Wahl selber, vor allem, wenn es so viele Veränderungen, wie bei der letzten Wahl gab.
   Wo liegt nun diesbezüglich das Problem einer grünen Seele und natürlich auch anderer: in ihrer „Identität und ihrem Anspruch“.
   Lintner ist schon ein gewiefter Realpolitiker. Zuerst vereinnahmte, ja umarmte er, trotzt der absoluten Mehrheit seiner Schwarzen in den letzten beiden Wahlperioden die Grünen und die Roten mit äußerster Herzlichkeit, überließ ihnen ihre Grundthemen wie Umwelt für die einen und Soziales für die anderen. Es selbst natürlich stand als Bürgermeister dem allen voran, er ist der Chef. Die Grünen und die Roten fielen darauf nicht nur einmal hinein. Es ging ja letztlich um das Wohl der Stadt Schwaz. Sie beschlossen alles mit und keiner konnte im Nachhinein opponieren, wenn etwas schief ging, oder gar die Großmacht Lintner herausfordern. Undenkbar. Die Roten wagten erst gar nicht an einen Kampf um die Bürgermeisterposition zu denken. Die Grünen haben da sowieso keine Chance. So vergaben die beiden großzügig die Möglichkeit auf ein wirkliches Dagegensein. Beide Parteien verloren letztlich damit ihre Identität. Die Grünen sind keine wirklichen Grünen mehr und der letzte Rote ist mit Robert Schwarz verstorben.
   Im Normalfall postuliert jede Partei, auch wenn womöglich ihre Identität verloren ging, den Anspruch auf Höheres, nicht nur unmittelbar vor einer Wahl. Schwaz ist anders. Die Grünen und Roten wagten nicht einmal daran zu denken. Man hat sich ja gut eingerichtet, war irgendwie immer dabei und hatte Auftritte. So fuhr Lintner eine respektable absolute Mehrheit ein. In Tirol nahezu einmalig, wenn man bedenkt, welche Kaiser da vom Wähler ins Exil geschickt wurden. Wieder ein Schulbeispiel einer strategischen Leistung von Lintner.
   Aber die Sache wird noch viel interessanter, spannender als alles Gewesene. Lintner zeigt sich als Sphinx. Radikal und blitzschnell besetzt er aufgrund seiner absoluten Macht wichtige Positionen mit seinen Männern neu; z.B. in den Stadtwerken. Nicht einmal irgendwie mitreden ließ er seine ehemaligen Kollegen.
   Lintner NEU ist auch eine neue politische Kultur in Schwaz. Trotz seiner oft genug gezeigten Härte, wenn es um Schwaz ging, ist Lintner eine empfindsame Seele. Kann er so manches seiner Kollegen nicht vergessen? Abgesehen davon, dass er gerne sich selbst darstellt, aber Großzügigkeit ist bei ihm auch ein Qualitätszeichen. Was hat Lintner für die kommende Periode vor? Sicher denkt er schon an die nächste Wahl und darüber hinaus, denn er weiß, für den Bürgermeisterjob wird er dann nicht mehr der Jüngste sein. Als gelernter Historiker ist er ein Vor- und „Darüberhinaus-Denker“.
   Solche eine Persönlichkeit wie Lintner wird sich von der Macht nicht leicht trennen können, aber wer seine Prägung durch seine Familie, speziell im erweiterten Sinne, kennt, weiß, dass er dazu fähig ist. Könnte sein rätselhaftes Handeln schon eine selbst gewählte Götterdämmerung sein? Allzu leicht wird vergessen, es gibt zwei Dämmerungen. Eine Abend- und eine Morgendämmerung. Wenn Lintner geht, weiß er, es folgt eine Morgendämmerung. Sieht er diese Dämmerung als die Zukunft seiner Stadt? Lintner ist ihr Regent, er ist die Stadt und dem ordnet er alles unter. Beginnt er seinen Nachlass zu ordnen, sein Vermächtnis zu verfestigen?

Liebe Leser; die Zukunft wird spannend und aufregend, nicht weniger als ein Krimi von Agatha Christie – Euer UHU


20. April
"Die Task Force"

   Wenn es nicht zum Weinen wäre, dann zumindest zum Haareraufen. Ein Trauerspiel, das der Vorstand der Silberregion Karwendel und sein bayrisches Management der Region mit ihren neuen Richtlinien für Subventionen vorschreiben.
   Welch ein Aufschrei von Seiten der „Freunderln“ des Tourismus gab es, als der UHU ONLINE bezüglich Vorstand und bayrisches Management des Verbandes, höflich gesagt, von
„ihren innovationsfreien Projekten“ und „... die Kultur des Verbandes sind weiterhin die Lederhose und das Maiszapfen-Rösten“ schrieb.
   Die neuen Richtlinien
zeigen, welch geistiges Humankapital für die Region verantwortlich ist. Das gibt es jetzt sogar vom Verband selber schriftlich. Da finden sich klar aufgelistet nur Subventionsmöglichkeiten für
Blumenschmuck, Gästeehrungen, Gästebetreuung, Weihnachtsbeleuchtung, Weihnachtsmarkt, Adventveranstaltungen, Tiroler Abende, Platzkonzerte und Almabtriebe. Und dann noch Verknüpfungen mit absurden Bedingungen. Was geht da vor, in den Köpfen dieser Herren? Leben die in der Zeit zu Beginn des Tourismus vor mehr als 100 Jahren? Diese Projekte finden sich spiegelgleich in uralten Heimatfilmen.
   Halten die Herren den Gast für dumpf, primitiv, untergebildet? Kommt ihnen nicht der Gedanke, der von ihnen geforderte Qualitätsgast möchte ein ebensolches Kulturangebot? Ordnen die Herren ihren zahlungspotenten Gästen ein unterentwickeltes Kulturverständnis zu? Welch ein Trauerspiel. Da musste man sich sogar für seine Heimat schämen und sich beim Gast stellvertretend entschuldigen.
   Schon seit Jahren ist dieses Trauerspiel zu verfolgen. Der Höhepunkt war die letzte Jahreshauptversammlung am Weerberg. Uralte Rezepte wurden für neu verkauft. Nebenbei bemerkt, der Verlust von 4% Nächtigungsrückgang ist schöngeredet. Wir warten alle noch auf den versprochenen schriftlichen Bericht der Hauptversammlung. Aber das ist ein anderes Thema, eines der Glaubwürdigkeit und der Abgehobenheit.
   Das bayrische Management bat die Anwesenden um Ideen und Vorschläge zur Verbesserung der Situation des Tourismus in der Region. Wofür wird eigentlich das Management bezahlt – weit überbezahlt? Dem steckt man das Geld in allen Öffnungen, damit es schmerzresistent alle Kritik auf sich nimmt und der Vorstand in Ruhe seine „Interessen“ wahren kann.
   Vom Silberwald kam die Frage an das bayrische Management: „Warum hast du keine innovativen Ideen?“ Die Antwort: „Wir arbeiten eh’ schon, dass wir uns nur mehr im Kreis drehen.“ Man kann sich auch in die falsche Richtung drehen und immer schneller bis Hirnzentrifugalkräfte das Kommando übernehmen (neurobiologisch gesprochen).
   Welch ein Trauerspiel? Bayern München hatte in der Krise eine, die US Navy hat eine ständige zur Bearbeitung von Sexskandalen, Siemens in der Aufarbeitung des Schmiergeldskandals hat eine und so offerierte der Silberwald dem Vorstand schriftlich einen innovativen Vorschlag. Eine Task Force aus verschiedensten Spezialisten könnte eine Evaluierung vornehmen und darauf aufbauend ein Sanierungsprojekt erarbeiten. Ab diesem Zeitpunkt war es aus mit der Liebe des Verbandes für den Silberwald. Natürlich scheut der Verband eine externe Task Force wie der Teufel das Weihwasser. Was käme da wohl alles zu Tage? Einer der vielen „anerkannten“ Tourismusberater wären da dem Vorstand schon lieber, der würde ja vom Auftraggeber bezahlt und liefert das, was einem gerade so passt und wie das mit Gefälligkeitsstudien oft so ist.
   Wer schickt den Vorstand und das bayrische Management endlich nach Hause!
   Über dieses Trauerspiel jammern bringt nichts. Innovative Taten sind gefordert, so wie es für den Silberwald schon Tradition ist. Der Silberwald kaufte die Domain „silberregion-karwendel.net“ und wird in absehbarer Zeit eine Homepage für Menschen, Kunst & Kultur unserer Silberregion Karwendel dem Gast und den Einheimischen in einem hohen Qualitätsstandard zur Verfügung stellen.

   In diesem Sinne freut Euch, Ihr ehrlichen, fleißigen und lieben Tourismusfreunde – Euer UHU

   Der Link zum Originalschreiben  "Subventionsrichtlinien" gleich hier: Richtlinien ●>>


07. April  "
Der Schwazer Baumtod"

In der grüne Achse der Stadt Schwaz, ein Naturjuwel und ein die Stadt teilendes Areal eines Bachbettes, "der Lahnbach", wurden von unsachverständigen Flurarbeitern die Vielfalt an Stauden und Bäumen radikal vernichtet. In einer langen Reihe an Baumzerstörungen der letzten Jahre setzt diese Verwüstung einen weiteren Höhepunkt unbedachten und unfachlichen Umgangs mit der Natur im urbanen Raum dar: Immer wieder gefällte Bäume am Leitenweg, Bäume am Bahnhof Schwaz, eine wunderbare Weide vor dem Neuen Glockenturm und eben zuletzt am Lahnbach.
Die Weide am Glockenturm musste mit dem Argument, ihr Stamm sei „faul“ gewesen, fallen. Im Kern des Stammes war sie keineswegs so faul, dass sie drohte, auf die nahe Straße zu fallen. Bäume dieser Größe haben immer einen angefaulten Kern. Bis zu einem bestimmten Maß trägt ein solcher sogar zu einer verbesserten Statik (Röhrenelastizität) bei. Der Baum starb umsonst!
Die offiziell beauftragte Verwüstung am Lahnbach hat seine Gründe. In seiner Geschichte überflutete der Lahnbach mehrmals den Ort Schwaz. Es gab viele Tote und die Stadtverantwortlichen fühlen sich der umwohnenden Bevölkerung aufgrund dessen besonders verantwortlich. Würde ein großer Baum an einer falschen Stelle stehend während eines Hochwassers umfallen, könnte er im Gerinne für einen großen Damm sorgen und dann wäre wirklich höchste Gefahr für den Nahbereich gegeben. Einzelne große und wunderbare Bäume hätte man aber an sicheren Standorten stehen lassen können. Und das ist eigentlich wieder einmal eine Unbedachtheit und in Folge ein unnotwendiger Baumtod.
Seit Jahrtausenden werden z.B. Weiden zur Uferbefestigung gezielt gepflanzt. Es herrscht in Schwaz auf offizieller Seite trotz der Fälle der letzten Jahre immer noch zu wenig Fachwissen über Bäume und trotz großer Reden über die Natur und ihren Schutz eine fehlende Ethik gegenüber unseren Bäumen.
An der Lahnbach-Wehrmauer wuchsen beeindruckende Kunstwerke der Natur: alte und bizarre, verwachsene und verdrehte Holunderbäume (fachlich gesprochen sind es Sträucher - Sambucus racemosa). Sie wurden mit dem Argument bis zur Wurzel abgeschnitten: „Die Holunderbäume könnten die Mauer sprengen.“ Hier sprach wieder einmal ein Unsachverstand. Ein Holunderbaum könnte nie eine so alte und massive Mauer, wie die Lahnbachmauer eine ist, sprengen. Jeder Baumsachverständige, weiß um die Eigenschaften von Bäumen und Stauden, aber solch einen Sachverständigen gibt es auf Seiten der Gemeinde nicht – sehr wohl aber im Schwazer Silberwald.
Eine Berufung auf die Wildbachverbauung wäre den Bock zum Gärtner zu machen. Diese Behörde ist eher geeignet Berge zu versetzen und riesige Löcher und Rinnen zu graben.
Die Zerstörungsakte der jüngeren Vergangenheit müssen die letzten dieser Art in Schwaz sein. Nun gilt es öffentlich und mit Zivilcourage sich gegen Gewalt und Unverstehen den Schwazer Bäumen gegenüber zu organisieren. Eine Bürgerbaumwehr, die künftig nicht notwendiges Töten wertvollen Lebens verhindern müßte, ist notwendig. Sie und die offiziellen Vertreter der Stadt, wie auch zuständige Behörden sollen sich bei anstehenden Problemen finden und immer wieder gemeinsam Lösungen suchen. 07/april/10


19. März "
Und wieder geht ER fremd!" - Der Vorstand der Tourismusregion Silberregion Karwendel

Was soll man mit solch einem Vorstand und Management machen?
Der Tourismusverband Silberregion Karwendel hätte gerne eine neue Homepage mit allem was so dazu gehört. Höchste Zeit, denn verschlafen wurde diese Sache schon seit einigen Jahren, bzw. es gab vielleicht auch kein Interesse daran. Zu einem modernen Angebot einer Tourismusregion gehört in eine Homepage die Möglichkeit des Buchens von Zimmern. Aber buchen kann man ja bisher mit viel Geld über ein dem Verband allzu nahe stehendes Unternehmen.
Andere Regionen nutzten die Krise zur Aufrüstung. Die Vorstände des TVB sowie das bayrische Management schlafen noch immer den Schlaf der Seeligen, schaufeln natürlich lieber das Geld der Tourismusbetriebe, der Gewerbe und der Industrie großteils zu den eigenen Projekten. Aber es regt sich Widerstand unter den fleißigen und tüchtigen Mitgliedern, die sich so etwas nicht mehr gefallen lassen wollen. Die Machenschaften sind einfach zu offensichtlich.
Jetzt meint man ja besonders schlau zu sein. Für die Erstellung der neue Homepage mit Onlinebuchbarkeit werden einige der über die Region hinaus bekannten und anerkannten heimischen Firmen zur Legung von Referenzen und Grafikentwürfen eingeladen. Zugleich aber Kontakt mit den Großen in Tirol, mit Tiscover und Feratel, aufgenommen. An einer Wertschöpfung in der eigenen Region war der Verband selten interessiert, wenn es nicht gerade um die Projekte einiger Vorstände ging. Als Feigenblatt sind Unternehmen der Region allemal gut, vielleicht wird einer mit einem kleinen Auftrag abgespeist, aber letztlich gehen die Aufträge wieder außerhalb der Region und Wertschöpfung gilt nur für die eigene Tasche. Was soll man mit solch einem Vorstand und Management machen?
„Ceterum censeo Carthaginem esse delandam.“ Der alte Römer Marcus Porcius Cato d.Ä. wiederholte in jeder Senatssitzung: „Im Übrigen beantrage ich, dass Karthago zerstört werden muss“. Und Karthago wurde zerstört. Jetzt muss der Vorstand und das Bayrische Management nicht gleich zerstört werden, aber der UHU wird immer wieder öffentlich sagen: „Im Übrigen bin ich der Meinung, der Vorstand des TVB gehört nach Hause geschickt und das Bayrische Management in den Bayrischen Wald zurück!“ Der UHU - 28/03
Der UHU dankt für die vielen Zuschriften zur und regen Anteilnahme an der Causa TVB.


21. März "
Kultur und Wirtschaft"

Wenn von Kultur und Wirtschaft die Rede ist
, impliziert das oft auch die Freiheit der Kultur, natürlich meist die der Kunst. Der aktuelle Fall des Schwazer Schaubergwerkes und seine Erweiterungsmöglichkeit in Richtung Westen sorgt zur Zeit für unterschiedliche Standpunkte zwischen den politischen Vertretern des Gemeinderates der Stadt Schwaz und dem Betreiber des Schaubergwerkes GF Ludwig Ledermair.
Ledermair spricht davon, dass sein Betrieb nach den verlustreichen Jahren, verursacht durch den Sturz des Eibl-Schrofen, jetzt in der Gewinnzone arbeitet. Er benötigt  unbedingt ein von der Stadtgemeinde angekauftes und gewidmetes Gebiet für Erweiterungsmöglichkeiten seines Schaubergwerkes, um mit zusätzlichen Attraktionen den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Ledermair plant hier ein Freilichtmuseum. Der Gemeinderat hat aber einstimmig beschlossen, auf diesem Gebiet Wohnhäuser errichten zu lassen und unmittelbar daneben ein Autoparkhaus. Warum diese sehr gegensätzlichen Standpunkte bzw. sogar bindenden Beschlüsse?
Schwazer sprechen von ihrer Stadt als eine Kulturstadt, die Gemeinde fördert das konsequent und dem gar nicht widersprechend im Rahmen ihrer Möglichkeit auch die Schwazer Wirtschaft. Jetzt ist das Silberschaubergwerk ein wertvolles Kulturgut für die Stadt und das Land einerseits und andererseits ein Wirtschaftunternehmen, das einige Arbeitsplätze sichert. Im Gemeinderat sitzen ausgewiesene erfolgreiche Wirtschafter, erfahrene Kulturpolitiker und auch solche, die schon viele Jahre mit diesen Bereichen zu tun haben. Im Regelfall entscheiden sie pragmatisch und haben ein offenes Ohr für die Belange der Kultur und der Wirtschaft.
Was ist hier passiert? Vertreter der Gemeinde sagen, das Bergwerk hat im Laufe der Jahre viel finanzielle Unterstützung bekommen, vor allem in den schwierigen Jahren des Schaubergwerksbetriebes. Ledermair spricht von Zukunftsängsten, wenn er nicht erweitern kann.
Wenn man bei der Gemeinde für ein Erweiterungsprojekt und damit auch um ihre Unterstützung ansucht, entspricht es der Normalität, der Gemeinde ein fertiges Projekt vorzulegen. Es muss ein Flächenbebauungsplan, ein Businessplan, eine durchgängige und glaubhafte Finanzierung, ebensolche Investoren und Zeithorizonte vorliegen. Solch ein komplettes Vorprojekt liegt zur Zeit nicht vor. Das scheint das Problem zu sein. Auch für das Planetarium und den Schwazer Silberwald ist es sehr wichtig, wenn im Bereich Schwaz Ost eine zusätzliche touristische Attraktion zustande käme. In dem Sinne wäre für alle Betroffenen zu hoffen, Ledermair gelingt ein schlüssiges Vorprojekt mit einer entsprechenden stabilen Finanzierung und die Stadtgemeinde erklärt nochmals ihre Bereitschaft zu substantiellen Gesprächen. Die Verantwortung liegt hier nicht nur bei der Gemeinde, sondern auch bei Ledermair sowie allen Beteiligten. Es kann aber genauso gut sein, dass der "Zug schon abgefahren ist", wie man so sagt.
21/03 Der UHU


12. März.
"Eine Wahlempfehlung"

Die Interviews des UHU ONLINE mit den Vertretern der Kulturpolitik der Schwazer Parteien im noch alten und kommenden Gemeinderat bilden sicher für Außenstehende ein interessantes Bild. Allgemeinen Vorurteilen üblich könnte man meinen, sie streiten sich aus Prinzip wie in so manch anderen Gemeinden oder Eitelkeiten und Mehrheitsverhältnisse bestimmen die Kulturpolitik.
Dem ist überhaupt nicht so. Jede Partei hat ihr eigenes Kulturprofil für die Weiterentwicklung von Kunst und Kultur in Schwaz. Natürlich sprechen die Vertreter der Parteien von Schwaz als „Die Kulturstadt“. Ein wunderbarer Satz des Silberwaldes zieht die Runde in der Welt der Stadtpolitik: „Die Schwazer meinen, sie sind die Welt, aber die Welt ist nicht Schwaz.“ Schwaz ist nicht „Die“ Kulturstadt. Mindestens in selber Höhe stehen Kufstein und Hall.
Davon abgesehen; also die Zusammenarbeit der Parteien im Bestreben den Boden für ein breites Kulturangebot aufzubereiten ist unisono Konsens. In der gesamten noch laufenden Periode wurde jedes Kulturprojekt einstimmig beschlossen. Es gab Diskussionen über Qutreach, aber darauf hin engagierten sich die Vertreter des Festivals mit vermehrten Acts über ein ganzes Jahr verteilt.
Gerne springen Politiker schnell auf einen erfolgreichen Zug auf. Nicht wenige von ihnen kritisierten Jahre hinweg die Stadtgalerie und ihre Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst. Jetzt, wo Karin Pernegger, die Direktorin der Galerie, mit ihrer Berufung an die Kunsthalle Krems einen wirklichen Anspruchssprung vor sich hat und damit zusätzliche Anerkennung erwarb, wird sie auf den Sockel des Kunsthimmels gehoben und unter allseitigen Schulterklopfen tönt großes Wehklagen über ihren Abgang.
Schwaz ist anders – Schwaz ist ein Wunder. Der Konsens zur kulturellen Weiterentwicklung ist tief in den politischen Vertretern der Stadt verankert. Altgediente KulturpolitikerInnen haben sich zurückgezogen und neue nehmen ihren Platz ein. Von ihnen kommen neue Impulse, zum Teil sehr innovative Ideen. Man muss schauen, ob dafür überhaupt Geld vorhanden ist, ohne andere erfolgreiche Projekte zu beschneiden. Alleine schon gute Ideen und der erklärte politische Wille zur Umsetzung könnte Schwaz wirklich näher an den Stand einer Kulturstadt mit dem Anspruch auf das "Die" heranführen.
Die Kulturpolitiker haben in den Interviews begonnen, Ideen anzusprechen. Nach der Wahl zählen aber Taten und nicht nur schön geredete Worte. Die Wahlempfehlung ist einfach: „Gemeinsam für Schwaz, aber dabei mit Horizont .“ Schwaz braucht sowieso eine Kunstrevolution von unten, vom Potential, von den Künstlern her oder die Stadt kommt aus ihrer Welt nie heraus. 12/03 Der UHU


07. März.
Seelentherapie (II)

Schwaz ist anders. Wie anders in seinem Verhältnis zum Gedenkjahr 1809? Das Land Tirol, voran seine Politikerinnen und Politiker, hat seine Aufgaben gemacht. Und Schwaz? Ein klares Nein.
Fangen wir mit einem wenig guten Bild an. Die Schwazer Politik wollte nur schöne Bilder vermitteln, nur keine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Alles soll Ruhe, Stille und Schönheit vermitteln – über und unter der Decke der Kultur. Der Landeshauptmann, die Kulturlandesrätin, hohe Priester und Militärs etc. müssen her. Ein festlich feierlicher Auftritt soll der Höhepunkt des Jahres sein. Am besten gleich ein Sternmarsch mit einem Aufmarsch im Friedhofspark, wo die Gefallenen des Freiheitskrieges liegen. Das Volk war begeistert, jubelte und kalt rieselte es den Leuten den Rücken herunter.
Die Schwazer Politik wird vorwiegend von humanistisch Gebildeten gestaltet. Ihnen allen und anderen Schwazern ist ihr Gedächtnis abhanden gekommen. Sternmärsche waren eines der großen Propagandainstrumente der jüngeren Zeitgeschichte, auch in Schwaz. Das Volk jubelte ... und dann kam der Große Krieg. Die Toten in den Gräbern unter dem Aufmarsch konnten sich nicht mehr umdrehen.
Einer setzte sich kritisch mit dem Gedenkjahr 1809 auseinander. Der Schwazer Silberwald in seiner Biennale NATURA SUATES Art 0910 mit dem Thema „Kritik des reinen Lachens 1809 – 2009“. Die Kunst als Herausforderung, als Anregung zum Diskurs und letztlich als Aufarbeitungspotential. Weit gefehlt. Keine Spur einer Annahme dieser Chance. Eine Skulptur musst zwei Nächte bewacht werden. Traditionalisten drohten, die 2 ½ Tonnenfigur den Berg hinunter zu werfen. Beschreibungen von Kunstwerken wurden herunter gerissen etc. Der Silberwald spürt das noch heute, gegenwärtig, in seiner Partnerschaft mit der Schwazer Kulturpolitik.
Eine gute Arbeit leistete ausgerechnet ein Nichtschwazer und einer der alten Schwazer. Der Fiechter Benediktiner-Pater Thomas Naupp und der ehemalige und langjährige Direktor der Eliteschule Paulinum. Was viele vergessen haben, dokumentierte eine Ausgabe der Heimatblätter seines Rabalderhauses. HR Dr. Otto Larcher und Pater Thomas Naupp vermittelten in ihren Schriften in faktischer und nüchterner Art, dass der Freiheitskampf kein Kampf, sondern ein Krieg mit all den schrecklichen Folgen eines Krieges war. Nichts Schönes, nichts Hero
isches, kein Trachten- und Schützenfest. Und schon gar nicht ein Spektakel für die Bevölkerung. Wer auf die Absurdität und auf den Kontext des "niemals wieder“ verwies, erntete Kopfschütteln. Aber Schwaz hat in 100 Jahren, 2109, wieder eine Chance der Aufarbeitung. Und so gesehen wird Schwaz noch lange anders sein.
Der UHU 07/03


28. Februar
Seelentherapie (I)

Kann ein Land eine Seele haben? Ein wahrer Christ müsste sagen nein! Bei ihnen gibt es keine größere Sünde als den Pantheismus (Allbeseeltheit). Und der feiert mit dem Neo New Agern, den Esoterikern und Naturanbetern gerade eine Renaissance. Poeten, Psychologen, Soziologen etc. sprechen von einer Seele des Landes. Und da scheinen sie nicht Unrecht zu haben, denn immerhin handelt es sich hierbei um seine Menschen.
Also auch das Land Tirol hat vermutlich so gesehen eine Seele. Und wenn diesbezüglich der Begriff Therapie gebraucht wird, ist dann die Seele unseres Landes krank? In der Medizin gibt es den Begriff Therapie, aber gibt es eine Prophylaxe einer Therapie oder gar vorweg eine Therapie der Therapie? Schauen wir uns das einmal anlässlich des mit dem 200. Todestag von Andreas Hofer eben offiziell zu Ende gegangene Gedenkjahr 1809 – 2009 an.
Die Seele eines Landes kann sich nur selber therapieren. Das scheint im Großen und Ganzen gelungen zu sein. Jede Therapie von Außen oder von Einzelnen erreicht den gegenteiligen Effekt. Die Politik des Landes hat hier gut gearbeitet, ließ der Sache ihren Freiraum und unterstützte viele Projekte.
Das Gedenkjahr zum Freiheitskrieg ist kein Hofergedenkjahr. Aber mit Andreas Hofer ist schon etwas besonderes passiert. Ein Mythos wurde zum Menschen erhoben. Nach intensiven und emotionalen Auseinandersetzungen wurde die Schale eines Mythos gesprengt und überhaupt erst einmal frei und offen von den Ängsten, Zweifeln, aber auch der Last und der Kraft eines Glaubens an Gott und Land im Mensch Hofer erfahren. Dasselbe gilt für den Freiheitskrieg. Rückwärtsgewandte, Traditionalisten, Patrioten, Reaktionisten,
Chauvinisten und natürlich auch Künstler, Wissenschaftler wie auch der einfache Bürger setzten sich damit ernsthaft auseinander, sofern sie nicht nur des Selberdenkens begabt waren, es auch taten und noch immer tun. In so manchen Köpfen arbeitet es weiter. Und das ist der große Gewinn des Gedenkjahrs und vor allem des Landes und seiner Seele. Die Aufarbeitung war eine Therapie. Aber wie sieht es in Schwaz aus, wie hat sich die Stadt therapiert? Ist die Stadt gesundet? Schwaz ist Anders – Schwaz ist Schwaz. Dazu mehr im 2. Teil in einer Woche. Euer UHU 28/02

21. Februar “Schwaz ist Anders” - Und der Vorstand der Tourismusregion Silberregion-Karwendel noch darüner hinaus


Schwaz ist eine sehr schöne und saubere Stadt mit einem regen Kulturleben. Der Wahlkampf für die kommenden Gemeinderatswahlen tümpelt gerade so dahin, da hat der Chef der Roten einmal einen Point gesetzt. Man solle die Tourismusregion Silberregion-Karwendel auflösen, denn Schwaz als der größte Financier der Region (Tourismusabgabe) werde bei seinen Kulturprojekten vom Verband her zu wenig berücksichtigt. Z. B. der Schwazer Silberwald als eines der Kultur-Tourismusmagnete der Region unter dem Leitsatz „Kultur trifft Natur“ bekommt vom Verband keinen Euro Unterstützung. (Anm. Red.)
Die Auflösung ist natürlich eine Schnapsidee, aber mit der Benachteiligung von Schwaz hat er schon Recht. Woanders gilt: „Wer zahlt – schafft an“ Schwaz ist anders, Schwaz zahlt und zahlt und zahlt ... und andere geben das Geld für sich aus.
Dass andere das Geld der Schwazer für ihre eigenen Hotelprojekte ausgeben ist allzu menschlich. Die Finanzmanager der Börsen haben in ihrer Gier die Welt-Finanzwirtschaft an die Wand gefahren. Der klei
ne Steuerzahler bezahlt das. Die Vorstände des Verbandes schaffen für sich Bedingungen, unter denen sie das Geld des Verbandes nahezu zur Gänze zu ihren innovationsfreien Projekten lenken. Und Schwaz zahlt und zahlt .... Wie macht man so etwas am Besten?
„Teile und herrsche bzw. kassiere!“ - in Anlehnung an die alten Römer. Für sich alleine kann man alles beanspruchen, wenn man trennt, abgrenzt und ausschließt. Konsens heißt immer gemeinsam teilen, etwas abgeben. So ziehen die für die Situation  Verantwortlichen tiefe Gräben durch die Region, schaffen Konfrontation, erhitzen die Gemüter, ja zerreissen die Region. Ein breit genuger und tiefer Riss ist unüberbrückbar und wenn man dann auf der richtigen Seite steht, gehört einem alles, vor allem das Geld – um das geht es ja. „Gier ist geil.“
Die zuständigen Verantwortlichen wissen das natürlich genau, sie betreiben das taktisch so. Sie wissen aber auch, nach der nächsten Verbandswahl in drei Jahren müssen sie ihre Stühle räumen, sind weg von den Futtertöpfen, und ihr bayrisches Management wird in den Bayrischen Wald zurück geschickt. Aber bis es so weit ist, zahlt und zahlt ... Schwaz und die Kultur des Verbandes sind weiterhin die Lederhose und das Maiszapfen-Rösten.  Euer UHU


13. Februar "Die Kulturstadt"


Allzu gerne nennen die Schwazer Politiker ihre Stadt eine Kulturstadt. Darüber ließe sich trefflich streiten, wenn damit Kunst, Musik, alte Bauten etc. gemeint sind. So gerne die Politiker davon reden, Kultur dieser Art machen nicht sie, sondern die Künstler und Kulturschaffenden.
Schwaz hat aber einen ganz andern Schatz an Kultur, einen der nicht aktueller sein könnte und zugleich einer alten Tradition aus der Zeit der Hochblüte des Silberbergbaus entspricht, wo es z.B. Bergarbeiterkrankenhäuser etc. gab, als sonst ganz Europa so etwas nicht einmal andachte.
Welche Kultur ist nun hier gemeint? Eine Gemeinschaft bzw. eine Gesellschaft ist nur so gut, wie sie sich in Taten und nicht nur in Worten gegenüber Schwachen und Minderheiten verhält. Da ist Schwaz wirklich eine Kulturstadt, besser gesagt, eine Stadt mit einer hohen Kultur. Unter den politischen Parteien der Stadt besteht der stille Konsens, niemand soll in der Stadt im Freien schlafen. Für die Alten soll bestmöglich gesorgt werden und trotz Vorbehalte in der Bevölkerung soll den der Stadt zugewiesenen Asylanten, Erwachsenen wie auch ihren Kindern, ein Leben in Menschenwürde gegeben sein. Jugendtreffs, Streetworker, Jugendvereinsarbeit, Teestube u.v.a. sind inzwischen selbstverständlich geworden.
Diese Kultur macht erst eine Stadt zu einer Kulturstadt. Mit diesem Anspruch steht Schwaz vor großen Herausforderungen. Alles hat seinen Preis – alles kostet Geld. Und da ist Schwaz vom Potential her gut aufgestellt. Ob gegenwärtig die Stadtfinanzen mehr oder weniger ausreichend gesichert sind, ist hier nicht die Frage, sicher ist, dieser immer größeren Herausforderung stellen sich für die kommenden harten Zeiten fähige und verantwortungsbewusste Schwazer und Schwazerinnen.
Der Schwazer Bürgermeister sprach bei einer Wahlrede, die Schwazer haben ihr Silber in ihren Herzen. Da hat er wohl zu kurz gedacht. Die spezifische Schwazer Kultur ist nicht weniger eine des Verstandes, eine der soziale Innovation, die die Schwazer aus der Zeit des Bergbaus herüber gerettet haben. Das Silber ist erschöpft, die Kraft der Schwazer Kultur zeigt sich umso stärker im modernen Silber der Stadt, das in den Köpfen der Verantwortlichen. Euer UHU  13/02

07
. Februar 10 "Der Große Saal"

Jeder Stamm bei den Germanen hatte seinen „Thingplatz“ für Gemeinschaftsrituale, Auftritte der Häuptlinge und Beschwörungen mächtiger Götter. Nein! Ihr seid hier nicht im Schwazer Silberwald, dort dürfen laut Betreibervertrag und Vorgaben der Stadthä
uptlinge keine esoterischen Vorkommnisse oder Ähnliches stattfinden.
Aber die Schwazer sind sehr gewitzt. Sie wollen natürlich einen solchen Thingplatz und da dachten sich die Häuptlinge, machen wir so etwas einfach in der Stadt. Da können wir vom Rathaus aus zu Fuß hingehen. Nun sind die Schwazer ein modernes Volk, sie umbauen beim Berghoferplatz ein Platzerl einfach mit einer Mauer und legen darauf ein Dach. Fertig ist der Thingplatz und sogar regensicher.
Alle freuen sich, bald kann es aufgehen. Wie es hal
t seit je her und besonders bei einem Hochkulturvolk so ist, Sehnsüchte müssen von den Mächtigen gestillt, dazu große und lange Reden gehalten werden. Dazwischen Kultur pur mit Blasmusik, Aufmärschen unter Fanfaren und wieder Reden. Endlich ein Platz für Brot und Spiele für das Kulturvolk. Alle freuen sich.
Nur einer weiß nicht so recht, wie ihm dabei ist. Er kommt gehörig ins Schwitzen. Jahrelang sorgt er phantasiereich und mit eiserner Hand für eine gut gefüllte Schatztruhe des Stammes, obwohl die einlangenden Tributzahlungen immer geringer werden.
Aber die obersten Schwazer sind gewitzt. Ein geniales Rezept, einfach etwas weniger Kunst und Kultur und dafür einen großen Saal für die Kultur des Redens. Euer UHU

30. Jänner 10 "Neuer Kulturchef in Schwaz"


Der Bürgermeister der Stadt Schwaz Dr. Hans Lintner hat am 28. Jänner sein Wunschteam für die kommenden Gemeinderatswahlen vorgestellt. Keine Überraschung war es, der Lehrer und Künstler Martin Schwarz scheint an einem wählbareren Listenplatz auf. Er stand in den letzten Jahren als künstlerischer Berater in einem engen Verhältnis zu seinem Bürgermeister.
Es kann spannend werden, erstmals einen Künstler in Schwaz als politischen Kulturchef einer Stadt mit 13.000 Einwohnern zu erleben.
Schwarz hat zwar als Künstler wenig Erfahrungen über den Stadtrand von Schwaz hinaus, international ist er nicht aufgetreten, aber als phantasiebegabter Mensch ist er für Schwaz allemal eine Bereicherung in der Kulturpolitik. Schwarz hat es sich nicht leicht gemacht. Für die Stadt fertigte er in letzter Zeit einige Kunstwerke an. Darauf wird er wohl nun verzichteten müssen. Auch wird ihm als Künstler weniger Zeit für seine Kunst zur Verfügung stehen. Die Kombination von Kulturchef und Lehrer ist ein Vollzeitjob.
Letztlich wirklich spannend wird es, ob Schwarz als bildender Künstler über seine  Skulpturenkunst hinaus, die Kultur der Kulturstadt Schwaz bewegen wird. Wird er seinen Schwerpunkt auf S
kulpturen-Kunstveranstaltungen legen? Tritt künftig die Stadt weiterhin als Konkurrenzveranstalter zu anderen Veranstaltungen auf? Es riss in den letzten Jahren in Schwaz die Unsitte ein, dass die Kommune sich als größter Veranstalter für "Brot und Spiele" sieht. Dafür wurde eigens ein neues Stadtmarketing eingerichtet und auch sonst spielt Geld da keine Rolle.
Schwarz war immer ein geradliniger Mann, ihm ist zuzutrauen, dass er manchen Trend der Stadt umkehren wird.
Der UHU ONLINE wünscht im dabei viel Eigenständigkeit, Kraft und Umsetzungsvermögen in seinem nicht leichten Job.


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